Wolfgang Beelmann

Prof. Wolfgang Beelmann steht für eine fundierte, wissenschaftlich verankerte und zugleich ausgesprochen praxisnahe Ausbildung in Systemischer Supervision. Sein zentrales berufspraktisches und wissenschaftliches Interesse gilt der Frage, wie sich Menschen sich in einer sich stetig wandelnden Umwelt entwickeln und wie herausfordernde Entwicklungs- und Übergangsprozesse unterstützend, wirksam und verantwortungsvoll begleitet werden können.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die professionelle Begleitung von Einzelpersonen, Teams und Organisationen in Übergangs- und Veränderungssituationen: reflektiert, ziel- und ressourcenorientiert und stets mit Blick auf das Gesamtsystem und die kleinen, oft entscheidenden Wechselwirkungen darin.

Seit 1987 ist Prof. Beelmann in unterschiedlichen Praxisfeldern tätig: als Diplom-Psychologe, approbierter Psychotherapeut und Supervisor. Als Ausbilder und Dozent in der Systemischen Organisations- und Unternehmensberatung sowie in der Psychotherapie bringt er langjährige Erfahrung in der Qualifizierung von Fachkräften mit, die beraten, leiten oder professionell begleiten. Seine Ausbildungstätigkeit ist geprägt von einer engen Verbindung aus Theorie, forschender Neugier und supervisorischer Praxis – oder anders gesagt. Denken, Fragen und Handeln greifen hier sinnvoll ineinander.

Sein wissenschaftlicher Werdegang führte ihn an die Universität zu Köln, wo er promovierte und sich habilitierte. Im Jahr 2002 folgte er dem Ruf auf die Professur für Entwicklungspsychologie, Diagnostik und Intervention an der Hochschule Bielefeld. Die Perspektive der lebenslangen Entwicklung bildet dabei einen zentralen Bezugsrahmen seiner Arbeit und erweist sich als besonders anschlussfähig für Systemische Supervision in Arbeitsfeldern mit komplexen Rollen-, Beziehungs- und Übergangsdynamiken.

In Ausbildungszusammenhängen verfolgt Prof. Beelmann einen integrativen Supervisions- und Interventionsansatz. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine klar strukturierte, dialogische und reflexionsfördernde Vermittlung aus, mit Raum für Fragen, spielerische Momente und Irritationen. Er unterstützt Teilnehmende dabei, ihre supervisorische Haltung zu schärfen, fachliche Sicherheit zu gewinnen und systemische Konzepte differenziert sowie kontextsensibel in die eigene Praxis zu übertragen. Ziel ist es, Neues nicht nur zu lernen, sondern sinnvoll in das eigene professionelle Selbstverständnis zu integrieren; - damit Supervision nicht nur gedacht, sondern auch nutzbringend gemacht wird.

Themenschwerpunkte

  • Psychosoziale Intervention und Beratung
  • Entwicklungs- und Bildungsübergänge im Lebenslauf
  • Familienpsychologie und Familientherapie
  • Kindeswohl, Kindeswohlgefährdung und Prävention sexualisierter Gewalt

Veröffentlichungen

  • Beelmann, W. & Muthmann, M. (in Bearb., 2026). Psychosoziale Beratung bei Übergängen im Lebensverlauf. Das Integrative Kompassmodell für die professionelle Begleitung von Übergangsprozessen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
  • Vervoort, J. & Beelmann, W. (Hrsg.). (2022). Das Tomatis Horchtraining. Theorie und Praxis. Düren: Shaker Verlag.
  • Beelmann, W. et al. (2019). Der audio-psycho-phonologische Ansatz nach Tomatis bei der Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen. Empirische Sonderpädagogik, 11(1), 81–92.
  • Beelmann, W. (2013). Normative Übergänge im Kindesalter (2. Aufl.). Hamburg: Verlag Dr. Kovač.
  • Beelmann, W. & Rosowski, E. (Hrsg.). (2011). Übergänge im Lebenslauf erfolgreich gestalten. Münster: LIT Verlag.
  • Beelmann, W. & Stricker, M. (2014). Freiwilligenarbeit am Übergang von der Schule in die Ausbildung. In V. Birtsch, S. Behn & G. Bindel-Kögel (Hrsg.), Freiwilligenarbeit gestalten (S. 141-153). München: E. Reinhardt Verlag.
  • Beelmann, W. (2011). Veränderung oder Akzentuierung? Eine differenzielle Betrachtung menschlicher Entwicklungsprozesse in Übergangsphasen. In W. Beelmann & E. Rosowski (Hrsg.), Übergänge im Lebenslauf erfolgreich gestalten. Münster: LitVerlag.
  • Beelmann, W. (2018). Normative Übergänge. In J. Strohmer (Hrsg.), Psychologische Grundlagen für Fachkräfte in psychosozialen Arbeitsfeldern (S. 311–318). Bern: Hogrefe.
  • Beelmann, W. & Schmidt-Denter, U. (2009). Mother-Child Interaction Following Marital Separation. European Psychologist, 14(4), 307–319.
  • Beelmann, W. & Pfeifer, L. S. (2021). Tod, Trennung und Scheidung der Eltern. In A. Lohaus & H. Domsch (Hrsg.), Psychologische Förder- und Interventionsprogramme (2. Aufl., S. 361–376). Berlin: Springer.
  • Beelmann, W. et al. (2024). Schützen im System: Evaluation eines Präventionsansatzes gegen sexualisierte Gewalt. Hamburg: Verlag Dr. Kovač.
  • Beelmann, W. & Kindermann, J. (2023). Kindesmisshandlung und Vernachlässigung, 26(1), 52–59.
  • Beelmann, W. & König-Waldek, M. (2021). Kindesmisshandlung und Vernachlässigung, 24(3), 62–67.