Carl Rogers schreibt den Menschen ein Bedürfnis nach persönlicher Weiterentwicklung zu. Es sei nach Rogers nicht zielführend dem Individuum Wissen oder Verhaltensweisen eines erfüllteren Lebens vorzuschreiben. Dies führe nur zu einer vorübergehenden Veränderung.
Vielmehr benötigt es für die persönliche Weiterentwicklung des Individuums, eine spezifische Form der Beziehungsgestaltung, welche die andere Person für den eigenen Wachstum nutzen kann und in der sie sich ihrer selbst bewusst wird.
Für solch eine Beziehungsgestaltung sollen nach Rogers sechs Bedingungen erfüllt sein:
- Zwei Personen stehen in psychologischem Kontakt.
- Eine Person (Klient_in), ist in einem Zustand der Inkongruenz, ist ängstlich oder verletzlich.
- Die andere Person (Therapeut_in/Coach_in), ist kongruent, auch in der Beziehung zu dem_der Klient_in.
- Der_Die Therapeut_in verspürt unbedingte positive Wertschätzung für den_die Klient-in.
- Dem Inneren des_der Klient_in begegnet der_die Therapeut_in/Coach empathisch und verständnisvoll.
- Die Kommunikation der_des Therapeut_in/Coach ist zu einem Mindestmaß geprägt von empathischem Verstehen und der bedingungslosen positiven Wertschätzung.
Generell zeichnet sich die Beziehungsgestaltung zwischen Therapeut_in/Coach und Klient_in durch eine empathische, wertschätzende und kongruente Haltung aus und bildet somit die Grundlage der personenzentrierten Gesprächsführung.
Die Kongruenz stellt die Grundlage einer echten Beziehung dar. Gemeint ist ein authentisches Auftreten, in dem Handlungen und Aussagen mit den eigenen Gefühlen und der inneren Haltung (Einstellungen) übereinstimmen. Um kongruent zu sein, bedarf es Selbstreflexion und der Bewusstmachung der eigenen inneren Welt.
Wertschätzend ist eine Beziehung sofern der_die Andere bedingungslos, unabhängig von Zuständen, Verhaltensweisen oder Gefühlen, akzeptiert und respektiert wird.
Empathie ist in einer zwischenmenschlichen Beziehung vorhanden, wenn die Gefühle und Gedanken der anderen Person gesehen und darüber hinaus verstanden werden.
Vergleiche Literatur:
Rogers, C. R. (1957). The necessary and sufficient conditions of therapeutic personality change. Journal of consulting psychology, 21(2), 95-103.
Rogers, C. R. (1995). On becoming a person: A therapist’s view of psychotherapy. Houghton Mifflin Harcourt.