Das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) kann sowohl in der Einzel- als auch der Gruppensupervision angewendet werden. Es lässt sich zur Themenfindung und Zielklärung (Motivarbeit) einsetzen.
Das Modell basiert auf dem Rubikon Prozess von Heckhausen und Gollwitzer. Die grundlegende Annahme besteht darin, dass auf dem Weg zur konkreten Handlung fünf Stufen durchlaufen werden: Bedürfnis, Motiv, Intention, präaktionale Vorbereitung und Handlung.
Zentral für Zielformulierung und Entscheidungsprozess des Zürcher Ressourcen Modell sind Körpersignale und Emotionen (biologisches Bewertungssystem).
Insgesamt wird dies in acht Schritte unterteilt:
- Bildwahl: Zunächst werden Bilder ausgelegt, aus denen die Supervisand_in eins davon fokussieren soll, dass bei ihm_ihr Körpersignale oder positive Emotionen auslöst.
- Bildassoziationen in der Gruppe: In der Gruppensupervision teilen die anderen Teilnehmenden die in ihnen entstandenen Assoziationen mit diesem Bild mit.
- Eigene Assoziationen der Supervisand_in: Daraufhin kommuniziert der_die Supervisand_in die eigenen Assoziationen mit dem Bild.
- Themenfindung: Alle Assoziationen bilden den Ideenkorb, aus dem der_die Supervisand_in mit Rückbezug zu körperlichen Reaktionen wichtige Begriffe identifiziert, auswählt und darauf aufbauend ihr Thema finden kann. Die resultierenden Themen können genutzt werden, um ein Ziel und daraufhin eine Intention zu formulieren.
Das Handlungsziel sollte positiv formuliert sein, kontrollierbar/erreichbar sein und eine somatische Reaktion (Körpersignal, Emotion) auslösen. - Zielformulierung und Vorbereitung: Der_die Supervisor_in hilft einen Zielsatz zu formulieren und in die präaktionale Vorbereitung überzugehen. Hierbei wird ein Ressourcenpool aus Erinnerungshilfen und Körpersignalen gebildet.
- Erinnerungshilfen: Erinnerungshilfen für das Ziel können vielfältig sein (Düfte, Farben, Musik). Insgesamt sollten fünf mobile und fünf stationäre Erinnerungshilfen dokumentiert werden.
- Fanatasiereise: Anschließend wird durch den_die Supervisor_in eine Fantasiereise durchgeführt. In dieser soll der_die Supervisand_in sich vorstellen, wie er_sie sein_ihr Ziel erfüllt. Dabei werden körperliche Reaktionen bewusst wahrgenommen. Diese körperlich erfahrbaren Reaktionen gelten als „körperliche Ressourcen“ und werden dokumentiert.
- Alltagsintegration: Der letzte Schritt besteht darin, die Erinnerungshilfen und körperlichen Ressourcen für spezifische Situationen des Alltags – (a) in denen Zielerreichung gelingt, (b) mit vorhersehbaren Schwierigkeiten, (c) mit überraschenden Schwierigkeiten – festzulegen.
Hinweis: Der Begriff Zürcher Ressourcen-Modell (ZRM) ist markenrechtlich geschützt. Die Markeninhaber sind Dr. Krause und Dr. Storch.
Vergleiche Literatur:
Weise, Sylvia (2022): Zürcher Ressourcen-Modell (ZRM). In: Neumann-Wirsig, H. (Hrsg.). (2023). Supervisions-Tools: Die Methodenvielfalt der Supervision in 55 Beiträgen Renommierter Supervisorinnen und Supervisoren. 8. Aufl. managerSeminare.