Die dritte Welle der Verhaltenstherapie begann in den 1990er Jahren und ergänzte die auf dem Behaviorismus und seinen Lerntheorien beruhende Verhaltenstherapie um achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Ansätze.

Basis der Verhaltenstherapie sind Lerntheorien (bspw. Konditionierung, Lernen am Modell). Sie beinhalten die Annahme, dass Verhalten, somit auch dysfunktionales Verhalten, erlernt und wieder verlernt werden kann.

Ergänzt wurde die Verhaltenstherapie in der dritten Welle der Verhaltenstherapie durch einen stärkeren Fokus auf die therapeutische Beziehungsebene, auf die Emotionsregulation und auf achtsamkeitsorientierte Methoden, sowie um das Konzept der Akzeptanz. Zentrale Ansätze der dritten Welle der Verhaltenstherapie sind die Dialektisch-Behavioral Therapie (DBT), die Cognitive Behavioral Analysis of Psychotherapy (CBASP), die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) und die Schematherapie.

Gerade die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT), begründet von Steven C. Hayes, zeichnet sich durch eine hohe Anwendung und eine starke Wirkung bei vielen psychischen Störungsbildern (Psychotherapie), aber auch in beraterischen Settings, aus. Zentral sind in der ACT die Begriffe Akzeptanz und Commitment.

Akzeptanz meint in der ACT die Bereitschaft, Gedanken und Gefühle wahrzunehmen und anzunehmen, ohne sie vermeiden oder kontrollieren zu wollen.

Aus dieser Akzeptanz kann ein Abstand gegenüber diesen Gedanken und Gefühlen entstehen, der es erlaubt sie neutral und wertfrei zu betrachten.

Commitment bedeutet Handlungen oder ein selbstgesetztes Ziel mit Engagement auszuführen. Dabei sollen entstehende Gedanken und Gefühle bewusst wahrgenommen werden. Zusätzlich soll durch Commitment die Ausrichtung des individuellen Verhaltens anhand selbst definierter Werte gestärkt werden.

Vergleiche Literatur:

Kriz, J. (2023). Grundkonzepte der Psychotherapie. Beltz Verlagsgruppe

Sonntag, R. F. (2013). Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT). In T. Heidenreich & J. Michalak (Hrsg.), Die »dritte Welle« der Verhaltenstherapie (S. 20 – 40). Weinheim: Beltz.

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