Nach DSM-IV (Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen) gehört die Depression zu den affektiven Störungen. Depressionen können anhand ihres Schweregrades (leicht, mittel, schwer), dem individuellen Krankheitsverlauf (einzeln, rezidivierend, chronisch) und dem eventuellen Vorliegen weiterer psychopathologischer Symptome, unterschieden werden. Eine rezidivierende Major Depression meint eine wiederkehrende Episode depressiver Symptomatik. Diagnostiziert wird die Major Depression mithilfe diagnostischer Interviews; Depressionsfragebögen können die Diagnostik ergänzen.
Das Hauptsymptom einer Major Depression ist der Verlust an Interesse / Freude und/oder eine vorliegende depressive Verstimmung über einen Zeitraum von 2 Wochen. Für die Diagnose müssen vier weitere Symptome (Schlafstörungen, Verlangsamung, Gewichtsveränderungen, Unruhe, Müdigkeit, Energieverlust, Schuldgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Suizidgedanken, -pläne, -versuche) festgestellt werden. Wichtig dabei ist auch die Feststellung klinisch bedeutsamen Leidensdrucks bei den Betroffenen.
Durch eine depressive Episode kann es zu sozialen oder beruflichen Einschränkungen (Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen, im schulischen / beruflichen Kontext) kommen.
Ursachen einer Major Depression können genetische / familiäre Faktoren, Traumata und kritische Lebensereignisse (z.B. Trennung, Tod nahestehender Personen, Jobverlust) sein. Wichtig ist jedoch auch eine medizinische Abklärung der Symptome, da somatische (körperliche) Erkrankungen ähnlichen Symptome verursachen können.
Behandelt werden kann die Major Depression durch pharmakologische Therapien oder Psychotherapien.
Bei den pharmakologischen Therapien werden Antidepressiva, wie selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer, verschrieben, die in die Neurotransmitterprozesse eingreifen.
Darüber hinaus können Psychotherapien dabei helfen, depressive Symptome zu bewältigen. Je nach therapeutischer Ausrichtung (z.B. kognitive Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, psychoanalytische Therapie, Achtsamkeits- und Akzeptanzbasierte Therapie) unterscheiden sich die angewandten Methoden sowie die Dauer der Behandlung.
Vergleiche Literatur:
Wittchen, H. U., & Hoyer, J. (Hrsg.). (2020). Klinische Psychologie & Psychotherapie (2. Aufl.). Springer.