Im Hexaflex Modell werden die sechs Kernprozesse der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) dargestellt. Die Prozesse sind Akzeptanz, kognitive Defusion, Selbst als Kontext, engagiertes Handeln, Werte und Kontakt mit dem jetzigen Moment. Sie sollen psychologische Flexibilität (Fähigkeit, den aktuellen Moment bewusst, vollständig zu erleben und das eigene Verhalten im Moment zielgerichtet, entsprechend den eigenen Werten, zu verändern oder zu belassen) erhöhen.
Mit Akzeptanz wird das aktive, wertfreie Annehmen von Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen gemeint, ohne diese auf irgendeine Weise zu verändern.
Kognitive Defusion verändert den Umgang mit unerwünschten Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen. Dabei wird die negative Qualität eines Gedankens, Gefühls oder einer Erfahrung durch eine Veränderung der Wahrnehmung reduziert – indem man erkennt, dass es sich nur um einen Gedanken, ein Gefühl oder eine Erfahrung handelt. Dies führt zu einer Verringerung der Glaubwürdigkeit oder Bindung an diese. Beispielhafte Methoden sind das wertfreie Beobachten negativer Gedanken ohne emotionale Beteiligung oder das Benennen von Gedanken, um Distanz zu schaffen.
Durch Kontakt mit dem jetzigen Moment kann die Welt direkter und bewusster erlebt werden. Dabei ist das Individuum präsent und nicht in Gedanken über die Vergangenheit/Zukunft verloren. Es ermöglicht den eigenen, individuellen Werten entsprechendes, bewusstes Verhalten auszuführen.
Das beobachtende Selbst, im Sinne des Selbst als Kontext, nimmt innere Erfahrungen (Gedanken, Gefühle) wahr, ohne an sie gebunden zu sein, beziehungsweise sich mit ihnen zu identifizieren.
Werte dienen als Basis wertorientierten Handelns und stellen einen richtungsgebenden Kompass im Leben des Individuums dar. Die individuelle Identifikation persönlicher Werte ist grundlegend wichtig in der ACT.
Eigene Werte sollen sich in engagiertem Handeln manifestieren. Aus den übergeordneten Werten lassen sich konkrete Ziele und Verhaltensweisen ableiten, die durch engagiertes Handeln durchgeführt werden sollen.
Die Prozesse überschneiden sich teilweise und unterstützen sich gegenseitig.
Vergleiche Literatur:
Hayes, S. C., Luoma, J. B., Bond, F. W., Masuda, A., & Lillis, J. (2006). Acceptance and commitment therapy: Model, processes and outcomes. Behaviour research and therapy, 44(1), 1-25.
Kuba, K., & Weißflog, G. (2017). Akzeptanz-und Commitmenttherapie bei chronischen körperlichen Erkrankungen. PPmP-Psychotherapie· Psychosomatik· Medizinische Psychologie, 67(12), 525-536.