Das Kohärenzgefühl bezeichnet im Sinne Antonovskys eine kognitive, affektiv-motivationale Grundhaltung, die den Ressourceneinsatz zur Erhaltung des Wohlbefindens und der Gesundheit eines Individuums beeinflusst. Durch diese Grundhaltung wird die Welt als zusammenhängend und sinnvoll wahrgenommen. Das Kohärenzgefühl ist dynamisch, sodass es sich im Laufe des Lebens basierend auf Erfahrungen verändern kann und vor allem in der Kindheit und Jugend entwickelt. Zugleich beschreibt Antonovsky es ab dem Erwachsenenalter als beständiges Gefühl des Vertrauens in das Leben.

Es setzt sich aus folgenden drei Komponenten zusammen:

  1. Gefühl von Verstehbarkeit
  2. Gefühl von Bewältigbarkeit
  3. Gefühl von Sinnhaftigkeit.

Das Gefühl von Verstehbarkeit meint ein kognitives Schema durch welches Reize oder Informationen konsistent und strukturiert verarbeitet werden, sodass Erfahrungen vorhersagbar und erklärbar sind.

Das Gefühl von Bewältigbarkeit meint die Überzeugung, dass Anforderungen im Leben durch Ressourceneinsatz und den Glauben an die eigenen Ressourcen bei der Problembewältigung, gemeistert werden können.

Das Gefühl von Sinnhaftigkeit bezeichnet die emotionale Bewertung des Lebens als sinnvoll, wodurch sich die Bereitschaft ergibt, Anforderungen im Leben als willkommene Herausforderungen zu sehen, in welche es sich lohnt Energie zur Bewältigung zu investieren.

Ein ausgeprägtes Kohärenzgefühl, aus welchem Individuen konstruktiv Anforderungen begegnen, geht laut Antonovsky mit Gesundheit einher.

Vergleiche Literatur:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. (n.d.). Was erhält Menschen gesund? Antonovskys Modell der Salutogenese – Diskussionsstand und Stellenwert.
https://www.bug-nrw.de/fileadmin/web/pdf/entwicklung/Antonowski.pdf

War dieser Artikel hilfreich?

Verwandte Einträge