Der Begriff der Selbstwirksamkeit wurde von Albert Bandura (1977) hervorgebracht. Bandura’s Theorie der Selbstwirksamkeit basiert auf der Annahme, dass individuelle Überzeugungen über des Selbst schließlich die Zielsetzung und das Verhalten einer Person beeinflussen. Selbstwirksamkeitsüberzeugungen beeinflussen, ob ein spezifisches Verhalten in einem bestimmten Kontext gezeigt wird oder nicht.

Bandura unterscheidet in seiner Theorie die outcome expectations von efficacy expectations:

  • Outcomes Expectations (Ergebniserwartungen) beschreiben die Einschätzungen einer Person, dass ein Verhalten (Lernen für eine Prüfung/Sport machen/Atemtechniken anwenden) zu einem bestimmten Ergebnis/Ziel (Prüfung bestehen/sportlich werden/Stress reduzieren) führt, unabhängig von dem Selbst.
  • Efficacy Expectations (Selbstwirksamkeitsüberzeugungen) meinen die individuellen Überzeugungen (bezogen auf das Selbst), ein bestimmtes Verhalten (Lernen für eine Prüfung/Sport machen/Atemtechniken anwenden) erfolgreich ausführen zu können um zu einem Ergebnis/Ziel (Prüfung bestehen/sportlich werden/Stress reduzieren) zu kommen. Die individuellen Überzeugungen unterscheiden sich in Ausmaß, Generalisierung und Stärke und beeinflussen die Initiierung des Verhaltens und die Ausdauer bei der Ausführung des Verhaltens.

Personen mit hoher Selbstwirksamkeit tendieren dazu, schwierigere Aufgaben zu wählen (Ausmaß), sich in verschiedenen Verhaltensbereichen als kompetent zu erleben (Generalisierung) und bei Hindernissen ausdauernder zu sein (Stärke).

Bandura unterscheidet vier Quellen der Selbstwirksamkeitserwartungen, anhand derer individuelle Überzeugungen gelernt werden: Leistungserfolge, stellvertretendes Erleben, verbale Überzeugungskraft und physiologische Zustände.

  1. Leistungserfolge: Erfolgreiche Bewältigungserfahrungen stärken die Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, wohingegen wiederholtes Versagen diese abschwächt.
  2. Stellvertretendes Erleben: Beobachten Menschen, wie andere, spezifische Verhaltensweisen erfolgreich ausführen, können sie lernen, dass sie selbst auch dazu in der Lage sind (Lernen am Modell).
  3. Verbale Überzeugungskraft: Verbale Bestätigungen anderer können Selbstwirksamkeitsüberzeugungen bestärken (Ermutigungen).
  4. Physiologische Zustände: Abhängig vom Erregungszustand (Arousal) einer Person und vorhandenen emotionalen Zuständen können Selbstwirksamkeitsüberzeugungen abgeschwächt oder verstärkt werden (Abschwächung z.B. unter extremer Angst, Müdigkeit).

Vergleiche Literatur:
Bandura, A. (1977). Self-efficacy: toward a unifying theory of behavioral change. Psychological review, 84(2), 191-215.

War dieser Artikel hilfreich?

Verwandte Einträge